#7 Warum ich auf Markdown umgestiegen bin – Gedanken zur Datensouveränität

#7 Warum ich auf Markdown umgestiegen bin – Gedanken zur Datensouveränität

In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie ich über viele Jahre hinweg Notizen analog gesammelt und später mithilfe von OneNote digital organisiert habe. Das hat gut funktioniert – bis ich auf der #loscon25 eine Session von Harald Schirmer zum Thema Datensouveränität besucht habe. Diese Impulse haben mein Denken verändert und mich schließlich dazu bewegt, mein Second Brain (Mindwalk) auf das Markdown-Format umzustellen.

Doch was bedeutet eigentlich Datensouveränität – und warum war mir das auf einmal so wichtig?

Was bedeutet Datensouveränität überhaupt?

Datensouveränität beschreibt die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigenen digitalen Daten zu verfügen. Es geht also darum, nicht nur Eigentümer der Inhalte zu sein, sondern auch unabhängig davon, wo und wie ich diese speichere, darauf zugreifen und sie weiterverwenden zu können.

In der Praxis heißt das:

  • Ich entscheide, welche Tools ich nutze.
  • Ich kann meine Daten einfach exportieren, umziehen oder teilen, ohne an ein bestimmtes System gebunden zu sein.
  • Ich behalte die Kontrolle darüber, wer Zugriff hat, wo Daten gespeichert werden (z. B. Serverstandort) und wie lange.

Gerade im Kontext zunehmender Cloud-Dienste, Plattformabhängigkeiten und internationaler Anbieter gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung – nicht nur beruflich, sondern auch privat.

Warum OneNote für mich nicht mehr passte

OneNote war lange mein treuer Begleiter. Die App ist benutzerfreundlich, gut in Microsoft-Produkte eingebunden und hat viele praktische Funktionen wie das Speichern von Webseiten, das Strukturieren per Seitenregister oder die Integration von Aufgaben aus Outlook.

Aber:
Je intensiver ich mich mit dem Thema Datensouveränität beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, wie abhängig ich von einer bestimmten Plattform war. Meine Notizen waren an Microsoft mit einem eigenen Dateiformat, einer proprietären Cloud (OneDrive) und eingeschränkten Exportmöglichkeiten gebunden. Auch die langfristige Lesbarkeit oder Wiederverwendbarkeit außerhalb des Microsoft-Ökosystems war nicht garantiert.

Mir wurde bewusst: Was heute gut funktioniert, kann morgen schon problematisch sein. Egal, ob das durch geänderte Abo-Modelle, Geschäftsbedingungen oder schlicht durch technische Inkompatibilität passiert.

Markdown: Einfach, offen, flexibel

Der Umstieg auf Markdown war für mich ein logischer nächster Schritt. Markdown ist ein offenes, textbasiertes Format, das in vielen Anwendungen ohne spezielle Software oder Plattformbindung funktioniert. Ich kann meine Notizen mit jedem Texteditor öffnen, in verschiedene Formate umwandeln (z. B. HTML oder PDF) und einfach versionieren oder verschieben.

Das Arbeiten fühlt sich damit freier und zukunftssicherer an, unabhängig davon, welches Tool oder Betriebssystem ich in fünf oder zehn Jahren benutze.

Fazit

Der Wechsel von OneNote zu Markdown war für mich mehr als nur ein technischer Schritt. Es war eine bewusste Entscheidung für Selbstbestimmung im digitalen Alltag. Ich habe mein Mindwalk dadurch nicht nur flexibler, sondern auch nachhaltiger und langfristig robuster gemacht. Im nächsten Beitrag zeige ich dir, wie ich Markdown konkret nutze, wie ich meine Ordner strukturiere und welche Tools mir im Alltag helfen.