#5 Wenn das erste Gehirn nicht mehr reicht, braucht man ein SecondBrain

#5 Wenn das erste Gehirn nicht mehr reicht, braucht man ein SecondBrain

Ein #SecondBrain (deutsch: zweites Gehirn) ist ein persönliches, digitales Wissensmanagementsystem. Es hilft dabei, Gedanken, Ideen, Notizen und Informationen strukturiert außerhalb des eigenen Kopfes zu speichern. So entsteht eine Art externe Gedankenwelt, die dauerhaft verfügbar, gut organisiert und jederzeit durchsuchbar ist. Das Ziel: den Kopf entlasten und kreatives sowie produktives Arbeiten erleichtern.

Besonders bekannt wurde das Konzept durch den Produktivitätsexperten Tiago Forte. In seiner Methode „Building a Second Brain“ zeigt er, wie sich digitale Tools (etwa Notiz-Apps wie OneNote, Notion, Obsidian oder Evernote) gezielt nutzen lassen, um Informationen übersichtlich zu organisieren (mehr dazu auf der Webseite Building a Second Brain).

Doch eigentlich ist das Prinzip gar nicht so neu: Schon der Soziologe Niklas Luhmann nutzte ein analoges System zur Notizenorganisation, den berühmten Zettelkasten. Die Universität Bielefeld hat diesen mittlerweile auch digitalisiert (zu finden unter Niklas Luhmann-Archiv).

Was bringt mir ein SecondBrain konkret?

Ein Second Brain kann dich auf vielen Ebenen unterstützen:

  • Wissen sichern: Ideen und Gedanken gehen nicht mehr verloren.
  • Den Überblick behalten: Alles ist thematisch sortiert und schnell auffindbar.
  • Zusammenhänge erkennen: Verlinkte Inhalte fördern neue Ideen.
  • Effizienter arbeiten: Wiederverwendbare Notizen und Vorlagen sparen Zeit.

Mein Weg: Vom Papierplaner zum digitalen Wissensspeicher

Ich habe über zehn Jahre lang mit dem analogen X17-Planer gearbeitet, einem flexiblen System mit austauschbaren Heften und einer Klarsichthülle für lose Zettel. Das funktionierte gut, bis sich diese Hülle immer weiter mit fliegenden Notizen füllte und zunehmend unübersichtlich wurde.

Während der Corona-Zeit begann ich, mein analoges System schrittweise zu digitalisieren. Kreative Skizzen und Zielpläne sind zwar noch auf Papier geblieben, aber der Rest wanderte in eine App.

Da ich sowohl beruflich als auch privat viel mit Microsoft arbeite, entschied ich mich für OneNote. Die App funktionierte auf all meinen Geräten reibungslos, egal ob Windows-PC oder iPhone. Besonders hilfreich fand ich die automatische Synchronisation, die einfache Erstellung von Notizen und das sogenannte „Web-Scraping“, also das Speichern von Webseiten zum späteren Lesen. Auch die Integration mit Outlook (z. B. Aufgaben und E-Mails) war ein Pluspunkt.

Ein neuer Impuls: Datensouveränität und Unabhängigkeit

Auf der #loscon25 nahm ich an einer spannenden Session von Harald Schirmer teil. Thema: Datensouveränität, also die Kontrolle über die eigenen digitalen Inhalte und Informationen. Dieser Impuls brachte mich dazu, mein bisheriges digitales System kritisch zu hinterfragen.

Ich begann, über die Abhängigkeit von bestimmten Anbietern und Technologien nachzudenken und suchte nach einem Weg, meine Daten langfristig unabhängig und nachhaltig zu organisieren.

Das Ergebnis: Der Umstieg auf das Markdown-Format. Dieses einfache, plattformunabhängige Textformat ermöglicht mir, Notizen und Inhalte dauerhaft lesbar und flexibel zu speichern, ganz ohne an eine bestimmte App gebunden zu sein.

Wie ich Markdown konkret für mein Mindwalk einsetze, das ist mein persönliches Second Brain, erzähle ich in einem der nächsten Beiträge.